Alternative: Hamburger Box ohne Plastik


Neben Döner und Pizza gehört der Hamburger zu dem beliebtesten Fastfood der Deutschen. In großen Fastfood-Ketten gehen die saftigen Burger im Minutentakt über die Theke. Damit das Fett beim Take-Away nicht ausläuft, verwenden die meisten Gastronomiebetriebe Einwegboxen aus Kunststoff. Sie sind praktisch, fettundurchlässig und stabil.

Die Verpackung wird meist nach nur wenigen Minuten weggeworfen. Dabei sind es gerade die Plastikverpackungen, die unserem Ökosystem in erheblichem Maße Schaden zufügen und es langfristig zerstören. Und diese können ganz einfach durch umweltfreundliche Alternativen ersetzt werden.

Plastikmüll: Umweltverschmutzung durch Hamburger Boxen

Der Großteil der Fastfood-Ketten, Restaurants, Lieferdienste und Supermärkte bietet Burger und Co. in Take-Away-Boxen aus Plastik an. Plastikverpackungen sind aus dem Alltag und vor allen Dingen in Bezug auf das schnelle Essen zum Mitnehmen kaum wegzudenken. Daher überrascht folgender Wert auch nicht: Etwa 30 % des weltweiten Plastikverbrauchs sind allein auf Verpackungen zurückzuführen.

Plastikmüll: Plastik und das Meer

Plastik: Das Material, das zu Anfang so sehr für Begeisterung sorgte, ist heute zu einem globalen Problem geworden.

Einst als multifunktional glorifiziert, wurde Plastik in allen Lebensbereichen eingesetzt. Heute scheint sich der Kunststoff in Konsum und Entsorgung verselbstständigt zu haben. Tonnenweise Müll gelangt jedes Jahr in unseren Ozean. Allein 75 % davon besteht aus Kunststoff. Dort bleibt der Müll mehrere hundert Jahre bestehen, denn Plastik löst sich nicht einfach aus.

Etwa 90 % des Mülls im Ozean sinken auf den Grund des Meeresbodens und zerstören den Lebensraum vieler Tiere. Während sich das Plastik allmählich zersetzt, werden giftige Inhaltsstoffe freigesetzt, an die Umwelt abgegeben und gelangen in unser Ökosystem. Dadurch wird der Müll nicht nur für Tiere und die Natur zu einem Problem, sondern auch für den Menschen.

Einwegverpackungen: Gesundheitliche Gefahren

Plastik ist nun Teil unseres Ökosystems. Mikroplastik gelangt unkontrolliert in unsere Umwelt – durch Reifenabrieb, Kosmetik, Wasch- und Reinigungsmittel  – und ist längst in unserer Nahrungskette angekommen. In Lebewesen, sogar im Stuhl von Menschen, wurde Mikroplastik nachgewiesen.  Wir atmen Mikroplastik sogar ein.

Plastik beinhaltet viele chemische Stoffe, die gesundheitlich gefährlich sind:

  • Bisphenol A (BPA): Aus der hormonell wirksamen Chemikalie wird unter anderem Polycarbonat hergestellt. Sie ist die am häufigsten verwendete synthetische Chemikalie weltweit. Das bedeutet gleichzeitig, dass man ihr kaum entkommen kann.
  • Relevanz für Einwegverpackungen aus Kunststoff: Die Chemikalie findet vor allem bei der Herstellung von Verpackungsmaterialien Verwendung. Hormone können bereits in geringen Mengen viel Schaden anrichten und das Hormonsystem von Mensch und Tier beeinflussen. Impotenz, Unfruchtbarkeit und Fruchtbarkeitsschäden, Diabetes und Fettleibigkeit können die Folge sein.
  • Weichmacher: Sie bewirken, dass Plastik überhaupt erst elastisch wird. Auch hier: Von Autoreifen bis Zahnfüllungen werden in jeder Branche Weichmacher genutzt. Auch sie können unter Umständen unfruchtbar machen, Krebs auslösen und das Erbgut verändern, wie etwa die Funktion der Schilddrüse oder Bauchspeicheldrüse beeinträchtigen.

Umweltschutz: EU Plastik-Verbot

Die EU reagiert auf das globale Problem Plastikmüll mit einem Plastik-Verbot, um die folgenschweren Gefahren einzudämmen. Dem unkontrolliert in die Umwelt übergehenden Plastik soll endlich Einhalt geboten werden. Das Verbot betrifft vor allen Dingen Einwegprodukte aus Kunststoff:

Der Fokus liegt hier auf Verpackungen, die aus Kunststoffen hergestellt werden, die nach Benutzung schnell in kleine Teile zerfallen. Außerdem wurden weitere Regelungen in Bezug auf die Kennzeichnung und Etikettierung festgelegt. So kann der Verbraucher direkt erkennen, hinter welchen Symbolen sich gesundheitsgefährdende Stoffe verstecken und diese vermeiden.

Alternative: Umweltfreundliche Hamburger Boxen

Alternative Einwegverpackungen sind der neuste Trend. Das liegt vor allem am Umdenken in der Gesellschaft: Umweltverschmutzung ist zu einem globalen Problem geworden, dass nicht nur Politik und Wirtschaft betrifft. Besonders die Eigenverantwortlichkeit eines jeden Mitgliedes dieser Gesellschaft rückt in den Fokus.

Umweltfreundliche Hamburger Boxen aus Bagasse

Einwegverpackungen aus Bagasse sind zurzeit eine beliebte umweltfreundliche Plastikalternative. Bagasse ist die Bezeichnung für Zuckerrohr-Restfasern, die während der Zuckerfabrikation als Abfallprodukt entstehen. Die umweltfreundliche Weiterverarbeitung (Kreislaufwirtschaft) macht aus einem Abfallprodukt einen wertvollen, biobasierten Rohstoff. Für die Herstellung von Einwegverpackungen muss weder ein Wald gerodet noch Plantagen gebaut werden.

Das Material ist robust, widerstandsfähig und ist in der Lage, Plastikverpackungen den Kampf anzusagen. Würden alle Take-Away Produkte wie Hamburger nur in Bagasse Boxen beim Kunden ankommen, würde das einen hilfreichen und immensen Beitrag zur Vermeidung von Plastikprodukten beitragen.

Weitere Alternativen: Pappe, Bambus und Bioplastik (PLA)

Neben Bagasse gibt es zahlreiche weitere Rohstoffe, die zur Herstellung von alternativen Einwegprodukten wie Tellern, Schalen und Boxen verwendet werden. Das sind beispielsweise nachwachsende Rohstoffe wie Bambus und Pappe.

In der Wissenschaft tut sich momentan enorm viel, insbesondere im Bereich Bioplastik. Zurzeit werden viele Einwegprodukte aus PLA (Polymilchsäure) angeboten. Die Nachhaltigkeit ist jedoch umstritten. Der Weg ist zwar geebnet, es müssen aber noch zahlreiche Modifizierungen und gesellschaftliche Anpassungen stattfinden. So sind beispielsweise Kompostierungsanlagen aktuell noch nicht in der Lage, Bioplastik vernünftig zu recyceln. Aufgrund dessen haben wir alle Vor- und Nachteile der Plastikalternativen für Hamburgerboxen im Überblick:


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Hamburger Box aus Bagasse / Zuckerrohr

Hamburger Box aus Bagasse / Zuckerrohr

Bagasse ist ein Beiprodukt (Zuckerrohrfasern), das bei der Herstellung von Zucker aus Zuckerrohr gewonnen wird. Es sind die getrockneten faserigen Teile der Pflanze, die nach der Gewinnung des Zuckers übrig bleiben.

In Form gepresst lassen sich hieraus Teller, Schüsseln oder Take-Away-Boxen formen. So lange die Produkte frei von chemischen Zusätzen und Plastik sind, sind sie eine umweltfreundliche Alternative zu Plastik. Bisher verzichten allerdings nur wenige Hersteller auf den Zusatz von

  • Biologisch abbaubar
  • Aufwertung eines Abfallprodukts der Zuckerrohrproduktion
  • Geschmacksneutral
  • Wasserfest und für fettige Spesen geeignet
  • Weite Transportwege der Rohstoffe
Hamburger Box aus Pappe

Hamburger Box aus Pappe

Boxen, Teller oder Schüsseln aus Papier oder Karton werden meist beschichtet, um wasserfest und fettbeständig zu werden. Beschichtete Pappboxen sind jedoch keine sinnvolle Alternative zu Plastik.

Eine umweltfreundliche Alternative sind unbeschichtete Produkte, die entweder das FSC-Siegel tragen oder aus Recyclingmaterial bestehen. Papier lässt sich außerdem sehr gut wiederverwerten.

Der Nachteil: unbeschichtete Papierprodukte sind etwas weniger stabil.

  • Aus nachwachsenden Rohstoffen
  • Kostengünstig
  • Recycelbar
  • Weniger wasserfest und fettbeständig
  • Weniger stabil und robust
  • Meist beschichtet

Hamburgertüten aus Papier / Snacktaschen

Hamburgertüten aus Papier / Snacktaschen

Anstelle von Boxen lassen sich auch wunderbar einfache Papiertüten nutzen. Die sogenannten Snacktaschen gibt es in verschiedenen Größen, sodass sie sich sowohl für kleinere als auch größere Hamburger eignen.

Zwar lässt Papier eher Flüssigkeit und Fett durch als Boxen, für die kurze Gebrauchszeit reicht die Qualität von Papier allerdings aus.
Wenn möglich, achten Sie beim Kauf darauf, dass das Papier aus recyceltem Material hergestellt ist oder das FSC-Siegel trägt.
Papiertüten brauchen in der Herstellung natürlich auch Ressourcen, können aber in den meisten Fällen kompostiert oder noch mal recycelt werden.

  • Verhindern die weitere Entstehung von Plastikmüll
  • Kompostierbar
  • Aus regionalen und nachhaltig angebauten Ressourcen erhältlich
  • Reicht für die kurze Nutzdauer vollkommen aus
  • Weniger wasserfest und fettresistent als Alufolie