Plastikstrohhalme Alternative

Das sind die Alternativen zu Plastikstrohhalmen

Bei vielen Getränken und Cocktails sind Strohhalme ein Muss! Insbesondere im Sommer schlürfen wir kühle Getränke am liebsten stilvoll-sommerlich aus den bunten Röhrchen. Ob im Kino, im Restaurant, in der Bar oder beim Take-Away – überall werden Gläser und Flaschen mit Trinkhalmen dekoriert.

Betrachtet man den Verbrauch in der EU, so werden allein hier bereits 36,5 Milliarden Plastikstrohhalme jährlich verwendet. Da davon auszugehen ist, dass wohl kaum jemand den Trinkhalm mit nach Hause nimmt, um ihn wiederzuverwerten, ist klar: Die Nutzdauer eines Strohhalms beschränkt sich auf das Austrinken des Getränks, also etwa 10 bis 20 Minuten höchstens.

Plastikmüll: Umweltverschmutzung durch Plastikstrohhalme

Jedes Jahr gelangen Tonnen an Plastikmüll in die Weltmeere, darunter auch Millionen Plastikstrohhalme. Langfristig zerstört der Plastikmüll unser Ökosystem. Die Folgen für Umwelt, Tier und Mensch sind gravierend.

Erst einmal in die Umwelt gelangt, brauchen Plastikstrohhalme unter Umständen mehrere Jahrhunderte, bis sie sich zersetzen. Die Wegwerfprodukte stehen in keinem Verhältnis zur Nutzung: Nutzung nur wenige Minuten zu mehr als 400 Jahren Zersetzungsdauer.

Umweltverschmutzung: EU Plastik-Verbot für Einwegprodukte

In der Verantwortung stehen Politik und Wirtschaft, aber auch jeder Einzelne von uns.  Mit dem EU-Plastikverbot ist der erste wichtige Baustein für die Eindämmung von Plastikeinwegprodukte gelegt. Ab 2021 tritt das Plastik-Verbot in Kraft, verboten werden unter anderem:

  • Dünne Plastiktüten
  • Einwegverpackungen aus Plastik
  • Einwegbesteck aus Plastik: Löffel, Gabel, Messer
  • Plastikteller
  • Trinkhalme bzw. Strohhalme
  • Wattestäbchen
  • Einwegbecher sowie Umrührstäbchen für den Coffee-to-go
  • Sogenanntes „oxo-abbaubares Plastik“ – ein Material mit Metallbeimischung

Umweltverschmutzung: Gefahren und Umdenken

Und auch das Bewusstsein in der Gesellschaft wandelt sich. Fotos von Meerestieren, die Strohhalme schlucken und elendig an ihnen zu Grunde gehen, gehen um die Welt, erschüttern und schaffen ein Umdenken.
Das betrifft selbstverständlich nicht nur Trinkhalme: Plastiktüten, Plastikflaschen (PET), Plastikbecher, Plastikteller und -verpackungen – sie gelangen als Plastikmüll tonnenweise in unsere Ozean.
Um die Gefahr durch Plastikmüll für unser Ökosystem und uns Menschen einzudämmen, müssen wir dauerhaft Kunststoffprodukte vermeiden. Hierfür muss sich jeder einzelne in der Verantwortung sehen. Und bei näherer Betrachtung wird klar: Sinnvolle Plastikalternativen gibt es in Fülle!

Plastikalternative: Umweltfreundliche Strohhalme

Cocktail mit umweltfreundlichem Strohhalm? – Das ist problemlos möglich. In den letzten Jahren hat sich im Bereich der Alternativen Plastikprodukte enorm viel getan. Umweltfreundliche Strohhalme sind sowohl im privaten als auch im professionellen Bereich der der neuste Hit: Auf Grillfesten, bei Firmenevents, Picknicks und in der Gastronomie ist Umweltbewusstsein in Mode.

Bei der Vielfalt an Möglichkeiten verliert man schnell den Überblick: Edelstahl, Bambus und sogar Papier?! Was ist nachhaltig, was eignet sich eher weniger? Zu diesem Zweck haben wir alle Vor- und Nachteile der Plastikalternativen für Strohhalme im Überblick:


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Strohhalme aus Papier

Strohhalme aus Papier

Bei Strohhalmen aus Papier gibt es gute und weniger gute Varianten.

Das Papier sollte zertifiziert sein, sodass erkennbar wird woher der Rohstoff kommt. Außerdem sollten die Strohhalme als biologisch abbaubar deklariert sein. Der Nachteil der Halme ist, dass sie relativ schnell weich werden und dann auch nicht mehr geschmacksneutral sind.

  • Relativ günstig
  • Verschiedene Designs erhältlich
  • Nicht wiederverwendbar oder waschbar
  • Weichen relativ schnell auf
  • Nicht geschmacksneutral

Strohhalme aus PLA

Strohhalme aus PLA

Der Biokunststoff PLA wird hauptsächlich aus Maisstärke gewonnen. Seine Qualität steht herkömmlichem Plastik auf Erdölbasis in nichts nach. PLA sieht aus wie Plastik, fühlt sich an wie Plastik und schmeckt wie Plastik – bzw. im besten Fall schmeckt es nach nichts – ist aber kein herkömmliches Plastik. Dazu ist es unter bestimmten Bedingungen biologisch abbaubar.

Was erstmal nach einer wirklich nachhaltigen Alternative zu Plastik klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als tückisch. Der Mais für die Herstellung kommt in den meisten Fällen aus den USA und wird dort unter Einsatz von Pestiziden und Gentechnik gezüchtet. Und auch mit der Abbaubarkeit ist es so eine Sache. Deutsche Kompostieranlagen sind nicht an die Bedürfnisse von PLA angepasst. So wird es entweder doch verbrannt oder landet halbfertig abgebaut in der Umwelt. Dort kann es sich, aufgrund zu geringer Temperaturen und unpassender Luftverhältnisse nicht weiter abbauen und bleibt unter Umständen genau so lange in der Umwelt wie herkömmliches Plastik – also bis zu 400 Jahren.

  • Qualität steht herkömmlichem Plastik in nichts nach
  • Praktisch
  • Wasserfest
  • Unter bestimmten Bedingungen biologisch abbaubar
  • Nicht unbedingt frei von Plastik und anderen Chemikalien
  • Nicht immer biologisch abbaubar

Strohhalme aus Bambus

Strohhalme aus Bambus

Strohhalme aus Bambus sind eine nachhaltige und richtig stylische Alternative zu Plastikstrohhalmen. Bambus wächst wie Unkraut und ist im Anbau recht anspruchslos, weshalb bisher kaum bekannt wäre, dass Regenwald für die Pflanze gerodet würde.

Als Strohhalme eignen sich besonders die jungen, dünnen Hölzer. Sie sind momentan im Verhältnis zu Plastikstrohhalmen noch relativ teuer, können dafür aber immer wieder verwendet werden. Zur Reinigung eignen sich Zitronensäure und Natron, sowie eine Spezialbürste – in der Spülmaschine fühlt sich Bambus nicht sehr wohl.

  • Wiederverwendbar und stabil
  • Lange haltbar
  • Aus nachwachsenden Rohstoffen
  • Unter bestimmten Bedingungen biologisch abbaubar
  • Von Natur aus antibakteriell und einfach zu reinigen
  • Weite Transportwege, da Bambus kaum in Deutschland angebaut wird
  • Durchmesser und Form unregelmäßig, da es sich um Naturprodukt handelt
  • Nicht dauerhaft spülmaschinenfest

Strohhalme aus Glas

Strohhalme aus Glas

Strohhalme aus Glas sind nicht nur schick anzusehen, sondern auch eine prima Alternative zu Plastik.

Es gibt sie sowohl gerade als auch mit Knick zu verkaufen. Sie können beliebig oft wiederverwendet werden und sind spülmaschinenfest. Das dicke Glas eignet sich außerdem als Stoßer und Stirer für Smoothies oder in Cocktails.

  • Lange haltbar
  • Einfache Reinigung, spülmaschinenfest
  • Wiederverwendbar
  • Gehen leichter kaputt als Plastikstrohhalme
  • Auch für Produktion von Glas wird viel Energie benötigt

Strohhalme aus Edelstahl

Strohhalme aus Edelstahl

Strohhalme aus Edelstahl sind stabil, spülmaschinenfest und lange Zeit wiederverwendbar!

Im Gegensatz zu den anderen Alternativen kann man Edelstahlstrohhalme auch in unterschiedlichen Durchmessern kaufen. Die Edelstahlvariante steht dem Plastik also in nichts nach und gewinnt um Längen. Im Gegensatz zu Plastik sind Edelstahlprodukte frei von Weich- und Hartmachern wie Bisphenol A (BPA), der für die Herstellung vieler Plastikflaschen verwendet wird. Außerdem ist Stahl eines der wenigen Materialien, die zu 100 % recycelt werden können.

  • Wiederverwendbar
  • Langlebig
  • Spülmaschinenfest
  • Verschiedene Durchmesser erhältlich
  • Mit Knick und ohne Knick erhältlich
  • Edelstahl ist zu 100 % recycelbar
  • Keine Ausführungen in bunten Farben
  • Hoher Energieverbrauch, trotzdem gewinnt die Edelstahlvariante gegen Kunststoffe haushoch

Strohhalme aus Stroh

Strohhalme aus Stroh

Wieder im Kommen sind ganz ursprünglich Strohhalme – aus Stroh.

Die Naturhalme werden aus Roggen oder anderem Getreide angefertigt, können hier in Deutschland produziert und sogar von zertifizierten Marken wie bioland oder demeter gekauft werden. So kann man sicher gehen, dass sogar der Anbau nachhaltig abgelaufen ist. Müll verursachen diese Strohhalme nicht. – Natürlicher geht kaum!

  • Regionales Produkt
  • Nachhaltiger Anbau
  • Einfach biologisch abbaubar
  • Geschmacksneutral
  • Umweltfreundlich
  • Nicht wiederverwendbar oder waschbar
  • Relativ kleiner Durchmesser, deshalb eher für klare, flüssige Drinks geeignet

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