Zero Waste im Bad

6. September 2019 | Bildung

Selbst wenn wir es in vielen Lebensbereichen schon geschafft haben, möglichst wenig Müll zu produzieren, fällt es gerade im Bad nicht leicht, auf Wegwerfprodukte zu verzichten. Unzählige Tiegelchen und Tübchen reihen sich hier aneinander und die meisten davon sind auch noch aus Plastik. Dabei ist es gar nicht so schwer, auf Plastik im Badezimmer zu verzichten – wenn man weiß, wie’s geht. Im heutigen Blogbeitrag verraten wir dir acht Tipps, mit denen du Zero Waste im Bad mit relativen einfachen Mitteln umsetzen kannst.

Plastikfrei Zähne putzen

Einen entscheidenden Anteil am Plastik im Badezimmer haben die Zahnpflegeprodukte. Zahnpasta, Zahnbürste, Zahnseide – all das besteht zu einem Großteil aus Plastik, dabei gibt es mittlerweile gute Plastikersatzprodukte, die teilweise sogar schon in den Drogeriemärkten erhältlich sind, z.B. nachhaltige Zahnbürsten aus Bambus. An das ungewohnte Gefühl im Mund muss man sich zwar erst einmal gewöhnen, aber dann sind Bambus Zahnbürsten eine tolle Alternative zur Plastikzahnbürste, die die Zähne genauso gut reinigen.

Zahnbürsten aus Bambus

Etwas schwieriger gestaltet sich die Anschaffung von plastikfreier Zahnpasta. Zahnputztabletten in Schraubgläsern oder in vollständig kompostierbarer Verpackung gibt es bislang leider nur in Unverpackt-Läden und natürlich auch online in diversen Shops.

Ähnlich verhält es sich mit Zahnseide, denn diese ist nicht nur in Plastik verpackt, sondern besteht üblicherweise auch aus Kunststoff. Alternativprodukte werden aus Naturstoffen wie Mais, aber auch Seide oder Bienenwachs hergestellt und in kleinen Glasfläschchen verpackt. Auch plastikfreie Zahnseide findest du online oder in Bio- oder Unverpackt-Läden.

Seife anstelle von flüssigen Produkten

Ein großes Problem im Bad stellen Artikel in flüssiger Form dar, denn diese werden fast immer in Kunststoffbehälter abgefüllt. Und wenn man einmal einen Blick in sein Badezimmerschränkchen wirft, fällt einem erst auf, wie viele Produkte das tatsächlich betrifft: Duschgel, Seife, Body Lotion, Peelings, Gesichtscremes… sie alle bestehen aus Plastik. Um Plastik im Badezimmer zu vermeiden, sollte man auf feste Produkte zurückgreifen, z.B. in Form von Seifen. Body Lotion lässt sich übrigens prima durch Körperbutter ersetzen. In vielen Bioläden und Kosmetik-Shops, oft aber sogar auf lokalen Märkten, gibt es die Produkte in loser Form zu kaufen. Die Auswahl ist mittlerweile so groß, dass sich für sämtliche Anwendungen und Hauttypen geeignete Produkte finden lassen.

Feste Seife als Alternative

Wer auf das klassische Duschgel in flüssiger Form nicht verzichten mag, sollte zumindest beim Kauf auf Naturkosmetikprodukte achten. Diese beinhalten nämlich garantiert kein Mikroplastik und verhindern somit, dass kleinste Plastikpartikel beim Duschen über unseren Abfluss ins Abwasser und schließlich in die Meere gelangen. Darüber hinaus hat der BUND einen Einkaufsratgeber veröffentlicht, der darüber aufklärt, in welche Kosmetikprodukten Mikroplastik enthalten ist.

Festes Shampoo und Haarseife

Ähnlich wie mit Duschgel verhält es sich auch mit Shampoo. Herkömmliche Seifen sind aber für die besonderen Ansprüche von Kopfhaut und Haaren eher weniger geeignet. Zum Glück gibt es mittlerweile zahlreiche Haarpflegeprodukte in fester Form. Feste Shampoos stehen ihren flüssigen Verwandten in nichts nach. Der einzige Unterschied besteht darin, dass ihnen das Wasser entzogen wurde. Haarseifen werden stattdessen auf Seifenbasis hergestellt. Sie schäumen weitaus weniger als feste Shampoos, reinigen die Haare deshalb aber nicht weniger gründlich. Haarseife gilt als besonders natürlich und ursprünglich und wird deshalb von vielen Verfechtern des Zero Waste-Lebensstils gerne genutzt.

Festes Shampoo ohne Plastikverpackung

Plastikfrei Abschminken

„Immer vor dem Zubettgehen abschminken“, predigen sämtliche Beauty-Blogs. Doch wie ist das mit Zero Waste zu vereinen? Schließlich fallen mit Abschminkpads und Reinigungslotion nicht nur jede Menge Müll, sondern auch Unmengen an Plastik im Badezimmer an. Denn häufig besteht nicht nur die Verpackung aus Plastik. Oft kommen bei der Herstellung von Wattepads darüber hinaus Bleichmittel zum Einsatz, die die Umwelt zusätzlich belasten und auch dem Anwender schaden können. Eine nachhaltige Alternative sind waschbare, wiederverwendbare Reinigungspads aus Baumwolle. Diese kommen oft ganz ohne Verpackung aus und sind aufs Jahr hochgerechnet auch noch deutlich günstiger als die Einweg-Variante. Anstelle der Reinigungslotion gibt es auch nachhaltige Reinigungsseifen, die auf die besonderen Bedürfnisse der empfindlichen Gesichtshaut angepasst wurden.

Wiederverwendbare Reinigungspads

Plastikfrei Rasieren

Insbesondere Einwegrasierer verursachen jede Menge Plastikmüll. Ein Systemrasierer ist bereits um einiges umweltfreundlicher, es geht aber auch noch nachhaltiger, nämlich mit einem Rasierhobel. Während die Hobelrasur noch bis in die 1970er Jahre hinein die vorherrschende Rasurmethode in den amerikanischen und europäischen Industrienationen war und dann langsam in Vergessenheit geriet, erfreut sich der Rasierhobel gerade bei Zero Waste-Fans wieder immer größerer Beliebtheit. Gemeinsam mit Rasierseife stellt dieses praktische Utensil eine tolle Möglichkeit dar, um Plastik im Badezimmer effizient zu vermeiden.

Rasierhobel sparen Plastik

Deo ohne Plastik

Deo wird meist in Sprühdosen verkauft, die zwar praktisch sind, aber auch eine ganze Menge Müll verursachen. Nur wenig besser sind Deo Roll-Ons, denn auch sie bestehen zu einem Großteil aus Plastik. Um Plastik im Badezimmer zu vermeiden, sind Deocremes und feste Deos tolle Alternativen. Diese werden in kleinen Aluminiumdosen oder Karton verpackt. Wer komplett auf die Verpackung verzichten möchte, kann Deo auch einfach selbst herstellen. Dazu finden sich mittlerweile zahlreiche DIY-Anleitungen im Internet.

In der Regel ohne Plastik

Und wieder sind es die Frauen, die sich mit einem enormen Problem bei der Müllvermeidung im Bad konfrontiert sehen. Hygieneartikel wie Tampons und Binden verursachen nämlich regelrechte Müllberge und bestehen leider auch fast immer aus Plastik. Erfreulicherweise gibt es auch wiederverwendbare Binden und Slipeinlagen, die sich problemlos in der Waschmaschine waschen lassen. Großer Beliebtheit erfreuen sich auch Menstruationstassen aus Silikon, die langfristig einsetzbar und in verschiedenen Größen erhältlich sind. Und auch Menstruationsunterwäsche ist nachhaltig und wird immer beliebter!

Toilettenpapier

Toilettenpapier findet man im Handel ausschließlich in Plastik verpackt. In Unverpackt-Läden kann man die Rollen zwar einzeln kaufen, diese Geschäfte sind aber fast nur in Großstädten vertreten. Im Internet gibt es zwar mittlerweile auch Toilettenpapier im Pappkarton zu kaufen, dieses ist aber deutlich teurer als im Einzelhandel, so dass nur die wenigsten bereit sind, den hohen Preis zu zahlen. Eine sinnvolle Alternative ist es, Toilettenpapier in Großbestellungen zu erwerben, denn dadurch fällt deutlich weniger Plastikmüll an. Die Verpackung können Sie anschließend noch als Müllbeutel nutzen. Achten Sie beim Kauf aber darauf, dass es sich um Recycling-Papier handelt. Wer komplett auf Toilettenpapier verzichten mag, kann es mal mit einer WC-Handbrause versuchen. Das ist zwar anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber eigentlich sogar noch hygienischer als Toilettenpapier.

Auch bei Toilettenpapier kann man Plastik sparen.

Keine Panik bei Plastik im Badezimmer

Wer nun den Entschluss gefasst hat, sein Badezimmer von überflüssigem Plastik zu befreien, sollte nicht Hals über Kopf alle noch vorhandenen Plastikprodukte entsorgen. Denn das wäre das Gegenteil von einem nachhaltigen Zero Waste-Lebensstil. Brauch erst alle Produkte in Plastikverpackungen auf und taste dich langsam an plastikfreie Alternativen ran. Schon kleine Umstellungen sind ein Schritt in die richtige Richtung und sorgen dafür, dass du deinem Ziel näher kommst. Wir wünschen dir beim Ausprobieren viel Spaß und gutes Gelingen!

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