Gepäck für Reisen: Kamera, Sonnenhut, Buch, Sonnenbrille und Shorts

Zero Waste auf Reisen

So vermeiden Sie Plastik im Urlaub

Ob es die unzähligen Tübchen und Tiegelchen im Hotel sind, die Flasche Sonnencreme am Strand oder die Plastiktüte im Souvenirshop – auf Reisen begegnen uns Unmengen an Plastik. Kein Wunder also, dass viele Menschen plastikfreies Reisen für ein Ding der Unmöglichkeit halten. Dabei müssen ein Zero Waste Lebensstil und Reisen nicht zwangsläufig im Konflikt stehen. Wir verraten Ihnen 10 Tipps, mit denen Sie Plastik im Urlaub ganz einfach vermeiden können.

Tipp 1: Plastikfrei fliegen

Essen an Bord eines Flugzeugs in Plastik verpacktDas Problem mit dem Plastik beginnt meist schon auf dem Hinflug. Besteck, Teller, Dessertschälchen und Trinkbecher – alles besteht aus Plastik. Während die meisten von uns auf einem innereuropäischen Flug gut auf eine Mahlzeit verzichten können, knurrt auf der Langstrecke früher oder später doch einmal der Magen. Die gute Nachricht: Die ersten Airlines versuchen nun bewusst auf Plastik zu verzichten, so auch die portugiesische Fluggesellschaft HiFly, die im Dezember 2018 den weltweit ersten plastikfreien Flug durchführte. Dabei handelte es sich zwar zunächst nur um einen Testversuch – bis Ende 2019 will die Airline aber alle Plastik-Einwegprodukte von Bord verbannen.

Tipp 2: Eigene Trinkflasche einpacken

Ein weiteres Problem, mit dem Fluggäste sich konfrontiert sehen: Das Verbot von Flüssigkeiten über 100 ml. Das zwingt viele Passagiere dazu, sich hinter der Zollkontrolle für teures Geld ein Getränk in der Plastikflasche zu kaufen. Da das Pfandsystem nur in Deutschland gilt, landet diese Flasche meist schon nach einmaliger Benutzung im Müll, denn nur die wenigsten bringen die Mühe auf, die Plastikflasche auf ihrer Rückreise wieder mitzunehmen. Was kaum jemand weiß: Leere Getränkebehälter können Sie problemlos durch die Zollkontrolle befördern und anschließend mit Leitungswasser auffüllen. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Trinkflaschen aus Edelstahl sehen nicht nur schick aus, sondern sind auch äußerst praktisch.

Im Zielland angekommen können Sie diese nach Belieben nachfüllen. Innerhalb Europas können Sie Leitungswasser meist bedenkenlos trinken. Im außereuropäischen Raum sollten Sie sich vor Reiseantritt darüber informieren, ob Leitungswasser unabgekocht trinkbar ist. In vielen Ländern Asiens, Afrikas und Südamerikas ist das nicht der Fall. Hier können spezielle Wasserfilter Abhilfe schaffen.

Tipp 3: Auf feste Kosmetikprodukte umsteigen

Tablett mit drei Seifen dekorativ präsentiertGerade wenn Sie nur mit Handgepäck reisen, stellen Sie die Gepäckbestimmungen der Airlines vor zusätzliche Herausforderungen. Aus Sicherheitsgründen dürfen Sie nämlich nicht mehr als einen Liter Flüssigkeit in Behältnissen, die maximal 100 ml fassen, mit sich führen. Damit Sie nicht unnötig viel Plastikmüll durch den Kauf von Reisegrößen produzieren, bietet sich der Umstieg auf Kosmetikprodukte in fester Form an. Ob es das Haarshampoo, das Duschgel oder der Rasierschaum sein soll – mittlerweile sind all diese Produkte in fester Form erhältlich. Wenn Sie diese in einer kleinen Blechdose transportieren, beugen Sie unnötiger Verschwendung vor und halten Ihr restliches Gepäck trocken.

Tipp 4: Jutebeutel mitnehmen

Ob im Supermarkt, am Souvenirstand oder im Schnellrestaurant: Beinahe überall erhält man beim Einkauf eine dünne Plastiktüte für den Transport der Waren. Verzichten Sie bewusst darauf und packen Sie stattdessen einen Jutebeutel in Ihren Koffer. Der nimmt weder Platz noch Gewicht weg, trägt aber eine ganze Menge zum plastikfreien Reisen bei.

Tipp 5: Auf Take-away verzichten

Ähnlich umweltschädlich wie Plastiktüten sind die Einwegverpackungen aus Plastik, in denen man Take-away Essen bekommt. Verzichten Sie darum auch im Urlaub so gut es geht auf den Besuch in den bekannten Fast Food-Ketten und bei Imbissen, die ihre Speisen auf Plastiktellern servieren. In vielen Ländern bekommt man qualitativ hochwertiges Essen in Restaurants schon für kleines Geld. Unterstützen Sie die lokale Bevölkerung, indem Sie einer kleinen Garküche einen Besuch abstatten anstatt bei McDonalds, Burger King und Co. zu speisen. Natürlich können Sie im Urlaub auch einfach selbst kochen. Viele Hostels und Privatunterkünfte verfügen über voll ausgestattete Küchen, in denen Sie Ihre Mahlzeiten problemlos selbst zubereiten können.

Tipp 6: Wiederverwendbare Behälter mitnehmen

Wenn Sie noch etwas Platz im Gepäck haben, sollten Sie auf einen wiederverwendbaren Behälter nicht verzichten. Darin lässt sich nicht nur eine kleine Mahlzeit für den Flug prima transportieren. Auch in Ihrem Zielland angekommen erweist sich eine Lunchbox als sinnvolles Mitbringsel, mit dem Sie Verpackungsmüll effektiv vermeiden können. Die Verpflegung für den Tagesausflug bleibt darin lange frisch und auch Schnellrestaurants und Imbisse werden Ihnen die bestellten Speisen sicher gerne direkt in Ihre Brotdose legen, wenn Sie freundlich darum bitten.

Tipp 7: Digitale Karten statt Papier

Bordkarten, Info-Flyer, Kartenmaterial… auf einer Reise kommt am Ende meist ganz schön viel Papiermüll zusammen. Doch auch das muss nicht sein. Sparen Sie sich lästigen Papierkram, indem Sie Ihre Tickets in digitaler Form auf Ihrem Smartphone abrufen. Auch auf ausgedruckte Karten können Sie getrost verzichten, indem Sie die Offline-Karten von Google Maps nutzen. Selbst bei wichtigen Dokumenten wie Ausweis, Impfpass und Reisepapieren ist es sinnvoll, diese in digitaler Form abzuspeichern. Sollten wichtige Dokumente verloren gehen, hilft Ihnen das bei den anschließenden bürokratischen Schritten enorm.

Tipp 8: Beim Beach CleanUp mitmachen

Menschen transportieren Müll in Säcken vom StrandEin Urlaub an einem unberührten Strand kann so schön sein – wenn da nicht der Müll wäre. Während die Privatstrände der Hotels meist penibel gereinigt werden, türmen sich an öffentlichen Stränden die Müllberge. Plastikmüll, der ins Meer gelangt, stellt eine riesige Gefahr für die Ozeane und seine Bewohner dar. Das scheint auch die lokale Bevölkerung nun zu erkennen. In immer mehr Ländern finden regelmäßige Beach CleanUps statt. Das sind riesige Aufräumaktionen, bei denen Freiwillige die Strände von dem Müll, der achtlos dort liegen gelassen wurde, befreien. Jeder, der Lust hat, kann sich daran beteiligen, so zum Beispiel bei der OperationRichCoast in Costa Rica, die mehrmals pro Woche Beach CleanUps im ganzen Land organisiert. Costa Rica gilt als das Land für nachhaltigen Öko-Tourismus und macht sich auf ganzer Linie für den Umweltschutz stark.

Tipp 9: Individualreisen statt AI-Urlaub

Zero Waste Reisen und Urlaub im All Inclusive-Hotel – das passt nicht zusammen. Die oft riesigen Luxusbunker sind auf den Massenkonsum ausgerichtet. Rund um die Uhr bekommt man Speisen und Getränke in rauen Mengen angeboten – mit Nachhaltigkeit hat das nicht mehr viel zu tun. Zu allem Übel werden die Getränke an der Poolbar nicht selten in Einweg-Plastikbechern serviert und der Burger am Grill auf einem Plastikteller.

Wer sich im Umweltschutz starken machen will, verzichtet komplett auf den All Inclusive-Urlaub und reist stattdessen auf eigene Faust. Das bringt den zusätzlichen Vorteil, dass man viel tiefer in die fremde Kultur eintauchen kann und mit der lokalen Bevölkerung in Kontakt tritt. Wer dennoch nicht auf AI-Urlaub verzichten mag, kann mit ein paar Tipps schon viel zur Müllvermeidung beitragen. Dazu gehören der Verzicht auf die in Kunststoff verpackten Hausschluppen und hoteleigene Kosmetikproben sowie das mehrmalige Verwenden der Handtücher. Wir wissen zwar, dass ein frei zugängliches Speisenangebot dazu verleitet, sich den Teller bis oben hin zu beladen – gehen Sie aber vielleicht doch lieber zweimal, wenn Sie noch Hunger haben. So vermeiden Sie, dass Essensreste im Müll landen.

Zwei Mädchen auf Reisen mit Rucksack und Kamera

Tipp 10: Nein sagen

Ob im Hotel, in der Ferienwohnung oder im Zelt – „Nein“ sagen ist eine wichtige Lektion auf dem Weg zum plastikfreien Reisen. Wenn Sie einen Cocktail trinken möchten, können Sie diesen ohne Strohhalm bestellen. Und auch die Angebote der Souvenirverkäufer sollten Sie dankend ablehnen – die meisten Urlaubsmitbringsel landen ohnehin nur als Staubfänger im Regal.

Wie Sie sehen, ist Zero Waste Reisen zwar eine kleine Herausforderung, aber keinesfalls ein Ding der Unmöglichkeit. Wir hoffen, Ihnen mit unseren Tipps ein Stück weit weitergeholfen zu haben und wünschen Ihnen einen schönen plastikfreien Urlaub!


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