Cafeteria Schule: Alternativen zu Plastik

Plastikfreie Schule

Mit der Büdchenkultur vieler Schul-Cafeterias – oder sollte man sie Kioske nennen? – geht es langsam zu Ende. Immer mehr Schulen setzen ehrgeizige Pläne, den Kindern eine gesündere und nachhaltigere Versorgung für die Pausen zu bieten, in die Tat um. In chicen, grün gestrichenen Cafeterias werden nun keine Pommes, Schokoriegel und Tütenkako mehr verkauft. Viel mehr liegen in den frischen Theken selbst belegte Brötchen, Gemüsetaschen, Salate und Obst. Eine super Entwicklung! Einen Haken gibt es aber meist noch. So gesund die neuen Snacks auch sein mögen, viel zu viel davon ist immer noch in Plastik verpackt. Plastikalternative.de hat ein paar Vorschläge, wie man das ändern könnte…

Plastikbesteck Adé

Wer in der kleinen Pause, nur schnell einen Joghurt löffeln oder seinen Salat draußen auf dem Schulhof snacken möchte, der greift sicher gern zum Plastikbesteck. Man muss es nicht zurückbringen, sondern kann es nach dem Essen bequem entsorgen. Dazu kommt, dass Plastik im Einkaufspreis fast unschlagbar ist – für Schul-Cafeterias mit knappem Budget also genau das Richtige.

Argumente, um über Alternativen zum Plastikbesteck nachzudenken, gibt es aber mindestens genauso viele. Eines geht zum Beispiel so: Die Nutzungsdauer von Plastikbesteck ist im Verhältnis zum Energie- und Ressourcenaufwand für die Herstellung und die Entsorgung enorm kurz. Und: Wenn Plastik nicht korrekt entsorgt wird, landet es in der Umwelt und kann dort eine Menge Schaden anrichten. Hier sind die Alternativen:

Einwegbesteck aus Holz

Löffel, Gabeln und Messer aus Holz gibt es online inzwischen in Hülle und Fülle. Holzbesteck benötigt für die Herstellung kein Erdöl, kann kompostiert werden und vermeidet, dass mehr und mehr Plastik in die Umwelt gelangt. Ein paar Dinge gibt es aber dennoch zu bedenken. Auch Holzbesteck ist ein Einwegprodukt. Deshalb stehen auch hier die Ressourcen und die Energie, die für die Herstellung gebraucht werden in einem ungleichen Verhältnis zur Nutzungsdauer. Beim Kauf von Holzbesteck, achten Sie deshalb zumindest darauf, dass das Holz das FSC-Siegel trägt oder das Besteck aus Recyclingmaterial hergestellt wurde.

Einwegbesteck aus Bioplastik

Es gibt viele verschiedene Sorten Bioplastik. Hier möchten wir PLA und Bagasse vorstellen. PLA wird aus Maisstärke gewonnen, sieht aus wie Plastik, schmeckt wie Plastik und ist so stabil wie Plastik. Manko: In deutschen Kompostieranlagen kann es nicht vollständig abgebaut werden. Gelangt es in die Natur kann es dort unter Umständen genauso schlecht abgebaut werden wie herkömmliches Plastik. Großes Plus: Es kommt ohne Erdöl aus und steht herkömmlichem Plastik in der Qualität in nichts nach.

In der Beschaffenheit anders als PLA und für Besteck deshalb auch ein kleines bisschen schlechter geeignet, dafür aber eine ganze Ecke umweltfreundlicher ist Bioplastikbesteck aus Bagasse. Bagasse ist ein Nebenprodukt der Zuckerrohrproduktion und ist komplett kompostierbar.

Mehrwegvarianten aus Edelstahl

Wo auf die Einwegvarianten von Besteck verzichtet werden kann, sollte Mehrweg immer die bevorzugte Wahl sein. Je häufiger die Produkte genutzt werden und je seltener sie ersetzt werden müssen, desto besser fällt die Umweltbilanz aus. Wenn es in der Schulcafeteria nicht anders geht, kann ein Pfandsystem dazu beitragen, dass Messer und Gabel am Ende des Tages sicher wieder zurück an Ort und Stelle sind.

Süßigkeiten unverpackt

Wer einen langen Schultag hat, hat sich hin und wieder auch etwas Süßes verdient. Ganz auf Verpackungen zu verzichten ist bei Süßigkeiten schwierig – reduzieren kann man den Verpackungsmüll aber allemal. Eine Pick&Mix-Variante, in der sich die Schüler wie früher Bonbons, Gummitiere, Kekse und Schokolinsen selbst abfüllen können, sieht nicht nur schön aus, sondern braucht auch weniger Plastik als einzeln verpackte Schokoriegel oder die Tüte M&Ms. Den süßen Mix können sich die Schüler ganz einfach in Spitztüten aus (Recycling-)Papier packen. Bei der Bestellung der Süßigkeiten wird dennoch Plastik anfallen. Achten Sie hierbei darauf, dass Sie größere Abfüllmengen bestellen und die Snacks nicht nochmal einzeln verpackt sind. Manche Hersteller bieten die Süßwaren im Großhandel auch in Verpackungen auf Maisstärkebasis an.

Getränke nicht aus PET-Flaschen

Wenn in der Schulcafeteria auch Getränke verkauft werden, bieten Sie diese in Glasflaschen an. Gerade die Getränke von Bioanbietern sind häufig sowieso bereits in Glasflaschen abgefüllt. Müssen Sie doch mal auf Plastik zurückgreifen, setzen Sie unbedingt auf Mehrweg nicht auf Einweg – die Vorteile von Mehrweg erklären wir hier.

In vielen Schulen gibt es inzwischen außerdem Wasserspender, an denen sich die Kinder ihre mitgebrachten Flaschen selbst auffüllen können. Wäre das auch eine Idee für Ihre Schule?

Becherpfandsystem

Eine weitere Idee, um Getränke in der Schule plastikfrei anbieten zu können, ist das Becherpfandsystem. Das lohnt sich wenn Sie Heißgetränke in Ihrer Cafeteria anbieten. Anstatt Einwegbecher aus Plastik oder Pappe zu verteilen, richten Sie ein Pfandsystem ein. Jedes Heißgetränk wird in einem wiederverwendbaren Becher ausgegeben, der mit einem Pfand belegt wird. Die zurückgebrachten Becher werden gespült und wiederverwendet. Inspiration für die Umsetzung dieser Idee finden Sie zum Beispiel hier: „Mehrwegbecher statt Wegwerfpappe“

Dank Bagasse auf Plastikschalen verzichten

Der oben beschriebene Stoff Bagasse kann eine ganze Menge. Er hält sowohl heißen als auch kalten Temperaturen stand und Lebensmittel lange frisch. Salate oder Suppen können Sie deshalb einfach in Schüsseln aus Bagasse verkaufen und sich von herkömmlichem Plastik verabschieden.

In der Schule auf Plastik zu verzichten, muss also gar nicht unbedingt schwierig sein. Wenn Sie einige der Ideen umsetzen, achten Sie wenn möglich auch schon bei der Wahl des Zulieferers auf Nachhaltigkeit. Versuchen Sie regional zu kaufen, um weite Transportwege und den damit verbundenen Ausstoß von CO2 zu vermeiden. Und achten Sie vor allen Dingen darauf, dass die Produkte Sie mit möglichst wenig Verpackung erreichen. Viele frische Produkte werden inzwischen in Holzkisten oder wiederverwendbaren Kunststoffkisten geliefert. Abgepackte Ware gibt es zumindest in manchen Fällen auch in der umweltfreundlicheren Papiervariante.


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