Plastik – Gesundheitsrisiken für den Menschen

Weichmacher in Plastik schädlich?

Der Wocheneinkauf im Supermarkt wird für viele bewusste und bemühte Konsumenten zum Spießroutenlauf. Ein kompletter Verzicht auf Plastik ist nach wie vor eine fast unlösbare Aufgabe für Verbraucher, die ihren Wocheneinkauf nicht allein auf dem Markt oder in ausgewiesenen Unverpacktläden erledigen wollen oder können. Doch auch außerhalb des Supermarkts kommen wir intensiv mit Plastik in Kontakt und das häufig ohne uns dessen richtig bewusst zu sein. Winzige Plastikteilchen befinden sich in der Luft, die wir einatmen und viele Alltagsgegenstände, mit denen wir täglich in Berührung kommen, sind genau so aus Kunststoffen hergestellt wie die allseits diskutierte Plastiktüte.

Tatsache ist: Plastik ist in unserer Welt allgegenwertig. Und so verwundert es den ein oder anderen vielleicht nicht einmal, dass Stoffe, die sich aus Plastik lösen können, bereits in der menschlichen Blutbahn nachgewiesen wurden. Welche Folgen Plastik für die Gesundheit des Menschen haben kann, lesen Sie hier.

Welche Stoffe können für den Menschen gefährlich werden und welche Gefahren bergen sie?

In der Diskussion um Gesundheitsrisiken für den Menschen geht es vor allen Dingen um Weichmacher und die mysteriöse Abkürzung „BPA„. Weichmacher sind Stoffe, die in feste Materialien eingebracht werden, um diese zum Beispiel biegsam oder dehnbar zu machen. Sie kommen in verschiedenen Kunststoffen vor und sind auch für die Produktion von Plastikflaschen und Lebensmittelverpackungen essentiell.

Die Aussagen dazu inwiefern sie gesundheitsschädigend für den Menschen sein können, sind nicht eindeutig. Es gibt aber die Befürchtung, dass Weichmacher  beispielsweise die Funktion der Schilddrüse und der Bauchspeicheldrüse und unter Umständen auch die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen können. Noch drastischer sind die Befürchtungen hinsichtlich des Stoffs Bisphenol – A (BPA). BPA ist eine Chemikalie, die in der Plastikindustrie genutzt wird, um Kunststoff zu strecken – sie macht den Kunststoff also billiger.

Außerdem wird sie für die Innenbeschichtung von Getränkedosen verwendet. Die Struktur des Stoffes ist einem menschlichen Hormon sehr ähnlich und kann im Körper deshalb zu Verwirrung führen und den Hormonhaushalt negativ beeinträchtigen. Langfristig kann dies hormonell bedingte Krankheiten fördern. Besonders bedenklich ist, dass Hormone bereits in äußerst geringen Dosierungen gravierende Folgen für die Gesundheit des Menschen haben können.

Wie gelangen die Stoffe in die menschliche Blutbahn?

Auch Kunststoffe, die für die Verwendung als Lebensmittelverpackung zugelassen sind, sind nicht unbedingt schadstofffrei. Das heißt, dass selbst für den Lebensmittelbereich zugelassene Kunststoffsorten wie PE, PP und PET schädliche Stoffe an die Lebensmittel abgeben können. Welche Stoffe nun genau in den einzelnen Produkten enthalten sind, können meist nicht ein Mal die Hersteller selbst sagen. Bei der Herstellung fallen Stoffe an, die bisher schlichtweg nicht erforscht sind.

Mikroplastik im menschlichen Körper

Neben Weichmachern und BPA, die sich aus den Kunststoffen als einzelne Stoffe lösen, wurde inzwischen aber auch Mikroplastik im Stuhl von Menschen entdeckt. Mikroplastik sind winzig kleine Plastikpartikel, die in großen Massen vor allen Dingen im Meer und in anderen Gewässern  gefunden und als problematisch angesehen werden, da sie die Funktionen der jeweiligen Ökosysteme beeinträchtigen können (Plastik: Gefahr für die Meere). Welche Gefahren sie für den Menschen darstellen, wenn sie in seinen Körper geraten, kann aufgrund fehlender Langzeitstudien noch nicht abschließend gesagt werden.Versuche an Muscheln zeigten aber bereits, dass Allergien und Entzündungen durch Mikroplastik ausgelöst werden können.

Auch wie das Mikroplastik in den Körper kommt, ist noch unklar. Eine Möglichkeit ist ein Eintrag über den Verzehr von Meerestieren. Der Konsum von Fisch wird dabei bisher als weniger bedenklich eingestuft, da Fische Mikroplastik selbst eher über den Magen aufnehmen, welcher vor dem Verzehr entfernt wird. Ob Fische Plastik auch in ihrer Muskelmasse tragen, ist bisher noch nicht ausreichend erforscht. Der Konsum anderer Meerestiere, wie Muscheln oder Garnelen ist hingegen stärker bedenklich, da die kleinen Plastikteilchen die Zellmembranen dieser Meerestiere direkt passieren können. Beim Verzehr nimmt der Mensch das Plastik also direkt mit auf. Darüber hinaus könnte es auch sein, dass Plastikverpackungen von Lebensmitteln eine Rolle spielen. Hierzu müssen zunächst allerdings weitere Forschungen durchgeführt werden.

Was können wir tun, um die Gefahren in Zukunft zu verringern?

Der Konsument kann zunächst ein Mal versuchen mit bewussten Kaufentscheidungen Plastik zu vermeiden und vor allen Dingen auch das Angebot unverpackter Lebensmittel zu fordern.

Darüber hinaus sollten Konsumenten auch einige Sorten von Biokunststoffen kritisch betrachten und auch wenn es schwer fällt einfach öfter ganz auf Plastik verzichten. Dass dies aber nicht gänzlich möglich ist, ist selbstverständlich. Vor allen Dingen müssen deshalb Schadstoffe in Kunststoffen, die für Lebensmittelverpackungen genutzt werden, verboten und auch der Gebrauch von Kunststoffen insgesamt eingeschränkt werden.


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