Plaket mit Aufschrift

#AlleFürsKlima: Der größte Klimastreik aller Zeiten

#AlleFürsKlima: Die Fridays for Future Bewegung und der größte Klimastreik aller Zeiten

Von Afghanistan bis Zypern, von Aachen bis Zwickau – überall auf der Welt gingen die Menschen am 20. September auf die Straße, um gemeinsam fürs Klima zu protestieren. Mit insgesamt mehr als 4,5 Millionen Teilnehmern in über 150 Ländern schrieben die Demonstranten Geschichte – es war der größte Klimastreik aller Zeiten. Während der globale Klimastreik die Erwartungen der Aktivisten übertraf, blieb das Klimapaket der Bundesregierung weit dahinter zurück. Und auch die Bilanz des UN-Klimagipfels am vergangenen Montag fiel eher ernüchternd aus.

Größter Klimastreik aller Zeiten

Der vergangene Freitag war ein ganz besonderer. Weltweit gingen die Menschen unter dem Motto #AlleFürsKlima auf die Straße. Alleine in Deutschland haben sich 1,4 Millionen Menschen in 575 Orten und Städten für eine Zukunft ohne Klimakrise stark gemacht. Offiziellen Angaben zufolge sollen in Berlin 270.000 Menschen, in Köln und Hamburg 70.000 und in München 40.000 Menschen demonstriert haben. Auch bei uns in Bonn gingen rund 15.000 Teilnehmer auf die Straße. Diesmal waren nicht nur Schüler und Studenten dabei. Auch zahlreiche Erwachsene, darunter die Gewerkschaft ver.di und diverse Umwelt- und Hilfsorganisationen, machten mit. Geschäfte blieben geschlossen, der Straßenverkehr wurde lahmgelegt und an vielen Orten herrschte der absolute Ausnahmezustand. Die älteren Teilnehmer fühlten sich beim Anblick der überfüllten Hofgartenwiese an die Friedensdemo 1983 gegen den Nato-Doppelbeschluss erinnert. Und die Lage scheint heute nicht weniger prekär.

Gruppe von Kindern und Jugendlichen zieht mit Banner mit der Aufschrift "Climate Justice" und vielen Schildern durch die Straßen

Die Ziele der Fridays For Future Bewegung

Was vor genau 13 Monaten mit Greta Thunbergs Schulstreik fürs Klima in Stockholm begann, hat sich zu einer weltweiten Protestbewegung entwickelt. Jeden Freitag gehen Schüler und Schülerinnen, Studenten und Studentinnen anlässlich der „Fridays For Future“ auf die Straße, um für eine strengere Klimapolitik und die Einhaltung der Klimaschutzziele vom Pariser Abkommen zu demonstrieren. Auf der 21. Klimaschutzkonferenz 2015 in Paris einigten sich 197 Staaten auf einen Klimaschutzvertrag, der die Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet, die durch die Treibhausgase verursachte Erderwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Daran hält sich bislang jedoch niemand. Noch immer steigen die Treibhausgase statt zu sinken. Immer wieder werden neue CO2-Höchststände erreicht. Die ersten Folgen dieser verheerenden Entwicklung sind bereits jetzt in einigen Teilen dieser Welt zu spüren. So treten extreme Wetterereignisse wie Wirbelstürme, Dürren und Überschwemmungen immer häufiger auf, der Meeresspiegel steigt und die Gletscher schmelzen.

20. September 2019: Ein historischer Tag

Plakat mit Aufschrift "Merkel mach jetzt oder geh!" im Fridays For Future KlimastreikDer 20. September wurde jedoch keinesfalls willkürlich zum Tag des weltweit größten Klimastreiks aller Zeiten auserkoren. Es war der Tag, an dem das Klimakabinett in Berlin tagte, um neue Maßnahmen zum Klimaschutz zu verabschieden. Nach monatelangen Verhandlungen hat Kanzlerin Merkel die Eckpunkte des Klimaschutzprogramms 2030 vorgestellt – und damit für maßlose Enttäuschung bei den Klimaaktivisten gesorgt.

Fridays For Future kritisierte insbesondere die geplante CO2-Bepreisung, die Benzin und Diesel ab 2021 lediglich um wenige Cent pro Liter verteuern wird. Gleichzeitig würde dieser Effekt durch einen Anstieg der Pendlerpauschale wieder zunichte gemacht, denn diese begünstige vor allem Autofahrer, wie Spiegel Online berichtete. Auch die Überarbeitung des Kohleausstiegs sowie die Abschaffung der Subventionen für fossile Energien vermissten viele. „Das ist ein Schlag ins Gesicht aller, die in dieser Stunde zu Hunderttausenden in DE für echten Klimaschutz auf die Straßen strömen“, hieß es in einem Tweet von Fridays For Future. Auch die Deutsche Umwelthilfe kritisierte das Klimapaket scharf: „Das ist kein Durchbruch. Das ist ein Versagen auf ganzer Linie“, schrieb die Umweltschutzorganisation.

UN-Klimagipfel in New York sorgt für Enttäuschung

Auch die Ergebnisse des UN-Klimagipfels in New York stießen bei den Klimaaktivisten nicht gerade auf Begeisterung. In einer flammenden Wutrede prangerte Greta Thunberg die Tatenlosigkeit der Politik angesichts der verheerenden Entwicklungen an. UN-Generalsekretär António Guterres hatte den Gipfel für den 23. September einberufen, um die Dringlichkeit des Klimawandels zu verdeutlichen. Dabei verpflichteten sich 77 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, darunter auch Deutschland, bis 2050 klimaneutral zu werden. 70 Länder versprachen außerdem, ihre nationalen Bemühungen im Kampf gegen die Klimakrise schon ab 2020 zu erhöhen. Klimaexperten kritisierten, dass Aussagen nur sehr schwammig getroffen wurden und nichts von der Klarheit aufwiesen, die von den Ländern erwartet wurden. Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND, schoss außerdem scharf gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel:

„Anstatt höhere Klimaziele und einen effektiven Umsetzungsplan vorzulegen, präsentiert die Bundeskanzlerin die deutsche Mutlosigkeit beim Klimaschutz. Weder hält Deutschland mit diesem Plan die Pariser Ziele noch die eigenen Klimaziele ein. Zielverfehlungen und ungenügende Maßnahmen in einem Land wie Deutschland sind Gift für die Bemühungen um die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens und die Abwehr der Klimakrise.“

Den ganzen Kommentar von Hubert Weiger können Sie hier noch einmal nachlesen.

#week4CLIMATE: Sieben Tage Klimastreik

Klimaaktivist hält Schild mit Aufschrift "Greta for president" und "There is no Planet B" in einem Klimastreik in die HöheAnlässlich der beiden wichtigen Ereignisse in der vergangenen Woche hat Fridays For Future zu einer internationalen Klimastreikwoche aufgerufen. Vom 21. September an fanden eine Woche lang  jeden Tag Demonstrationen unter dem Motto #week4CLIMATE statt, die von Workshops, Filmabenden und Podiumsdiskussionen begleitet wurden. In zahlreichen deutschen Städten, darunter auch in Bonn, wurden Klima Camps aufgeschlagen, wo die Teilnehmer in regen Austausch zu klimaschutzrelevanten Themen wie Zero Waste und plastikfreies Leben kamen. Ihren krönenden Abschluss soll die #week4CLIMATE in einem riesigen Klimastreik am heutigen 27. September finden. Veranstalterangaben zufolge sollen in Neuseeland bereits 170.000 Menschen auf die Straße gegangen sein und auch in einigen deutschen Städten werden wieder große Klimaproteste erwartet. Wenn auch Sie an der Demo teilnehmen wollen, finden Sie direkt bei Fridays For Future Deutschland eine Auflistung der teilnehmenden Städte samt Treffpunkt und Uhrzeit.


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