EU-Plastikverbot – Was wird wann verboten? Wir klären auf!

Die EU entscheidet über das Plastikverbot - und stimmt dafür!

Vergangenen Mittwoch ist in Brüssel eine wichtige Entscheidung gefallen: Das EU-Parlament hat über ein Verbot von Wegwerfprodukten aus Plastik gestimmt – und sich dafür entschieden! Verbannt werden sollen Plastikprodukte, für die es bereits sinnvolle Alternativen gibt. 2021 soll das Verbot in Kraft treten. Das ist doch mal eine Nachricht, die Mut macht!

Was soll verboten werden?

Zunächst einmal sollen diese neun Einwegprodukte aus Plastik durch nachhaltigere Alternativen ersetzt werden:

  • Trinkhalme
  • Besteck
  • Teller
  • Luftballonstäbe
  • Rührstäbchen für Heißgetränke
  • dünne Plastiktüten
  • Wattestäbchen
  • Getränkeverpackungen aus erweitertem Polystyrol
  • so genanntes „oxo-abbaubares Plastik“ – ein Material mit Metallbeimischung

Was heißt das nun?

Dass diese Produkte verboten werden, heißt natürlich nicht, dass ein Cocktail nie mehr mit einem Strohhalm geschlürft werden kann oder beim Picknick keine Käsespieße mehr genascht werden können. Nur auf Plastik müssen wir dabei in Zukunft verzichten.

Für Unternehmen und Industrie stellt das natürlich eine Herausforderung dar – die kostengünstigen und leicht verfügbaren Plastikprodukte müssen durch Alternativen ersetzt werden. Aber die EU wirft die Betroffenen hier keineswegs ins kalte Wasser. Ausgewählt wurden extra Produkte, für die es bereits nachhaltigere Alternativen gibt. Plastikalternative.de hat einige davon schonmal zusammengestellt: Hier finden Sie eine Auswahl an Alternativen für Strohhalme, Besteck, Teller etc…

Wie geht es weiter?

Nachdem das Parlament nun eine Einigung gefunden hat, müssen als nächstes die Mitgliedsstaaten aktiv werden. Im kommenden Jahr soll eine Lösung gefunden werden, die für alle Mitgliedsstaaten tragbar ist. Gelingt das, müssten die Staaten die neuen Regeln bis 2021 umsetzen.Die EU-Kommission hatte bereits im Mai einen Vorschlag zur Eindämmung von Plastikmüll vorgelegt. Die EU-Abgeordneten haben diese nun um die verbindlichen Reduktionsziele und eine längere Liste von verbotenen Plastikprodukten ergänzt und gefestigt.

Das Plastikverbot der EU ist ein wichtiges Zeichen im Kampf gegen den Plastikmüll. Aber natürlich reicht es noch nicht aus nur auf diese neun Produkte zu verzichten. Die Grünen meldeten sich nach der Abstimmung direkt zu Wort: „Um den Verbrauch von Plastik zu reduzieren, brauchen wir eine radikale Kursänderung“, sagte Robert Habeck. Er forderte, dass bis spätestens 2030 alle in der EU produzierten und genutzten Kunststoffe wiederverwendbar, komplett abbaubar oder kosteneffizient recycelbar sein müssen.

Und auch an den Alternativen muss noch weiter geforscht werden, denn auch hier besteht noch an einigen Stellen Verbesserungsbedarf. Der Verzicht auf Plastik darf nicht andere schwerwiegende Nachteile (wie zum Beispiel hoher Ressourcenverbrauch für die Alternativen) für die Umwelt mit sich bringen. Und natürlich sind auch die Verbraucher gefragt: Wo die Alternative noch nicht perfekt ist, kann vielleicht auch öfter mal ganz auf das Produkt verzichtet werden.

Wichtiges Zeichen

Mit dem Verbot setzt die EU ein wichtiges Zeichen für den Schutz der Umwelt und besonders der Ozeane. Sowohl große Plastikstücke als auch Mikroplastik bedrohen das Ökosystem Meer. Um diese Bedrohung in den Griff zu bekommen, müssen sowohl Maßnahmen gefunden werden, das vorhandene Plastik im Meer zu reduzieren, als auch den Eintrag neuen Mülls in die Meere zu verhindern. Lesen Sie hier mehr zum Thema Plastikmüll – Gefahr für die Meere.


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